Ein neuer Anfang – Choreograph und erster Tänzer Yungchia Chen
Von Genevieve Long, The Epoch Times
12. November 2010
CYC1

Yungchia Chens lange Reihe an Preisen, Ehrungen und Auszeichnungen in seiner 27-jährigen Karriere und die Art und Weise, wie er spricht und sich bewegt, mit einer ruhigen Anmut, deutet auf einen Tänzer hin, der sein Leben lang trainiert hat.

Vor ein paar Jahren dachte Chen, dass seine Tanzkarriere vorüber sei. Ein Sehnenriss im Bereich seiner Achillesferse nach einem Auftritt 2004 ließ ihn sein Alter als Künstler spüren.

Als Chen jedoch zu einem Tanzwettbewerb in New York eingeladen wurde, war dies seine letzte Möglichkeit, um auf die Bühne zurückzukehren – und diese ergriff er.

Als Chen im Jahr 2005 Tanz an der Kunstuniversität Taiwan unterrichtete, wurde er von Tia Zhang entdeckt, einem Absolventen der Pekinger Tanzakademie und Choreographen für Shen Yun Performing Arts. Zhang überzeugte ihn schließlich davon, am Wettbewerb 2007 von New Tang Dynasty Television in New York teilzunehmen. Dort gewann er den ersten Preis.

„Ich war während des Wettbewerbs überrascht, dass ich immer noch tanzen konnte – Ich konnte immer noch teilnehmen und einen Preis erringen“, erinnert sich Chen. „Ich hatte mich schon ziemlich fest dazu entschlossen, dass ich nicht mehr tanzen würde.“ Nun lehrt er an der Feitian Academy of the Arts und ist Choreograph und erster Tänzer bei Shen Yun Performing Arts. Die Arbeit seines Lebens betrachtet er als eine Möglichkeit, die klassische chinesische Kultur für zukünftige Generationen zu bewahren.

Chens Tanzkarriere begann als Kind in China. Er war fasziniert vom Tanzen, doch bei dem, was er sah, fehlte eine innere Bedeutung, die er gerne ausdrücken wollte.

„Als ich ein kleiner Junge war, gab es während der Kulturrevolution nichts zu sehen außer die Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas“, berichtete Chen. Im Alter von 11 kam Chen an das Tanzinstitut des Guizhou Kollegs und im Alter von 16, 1984, wurde er Mitglied des  Guizhou Tanzensembles.

ChenYongJia2-edit

1995 heiratete er eine Taiwanerin und zog nach Taiwan, wo er seine Tanzkarriere fortsetzte. Jetzt im Alter von 38 gibt er die Tradition an seine Familie weiter – seine beiden Söhne lernen chinesischen Tanz. Chens Leidenschaft für diese Kunst führte zu einer berühmten Karriere als Tänzer und zu einer langen Liste von erlauchten Auszeichnungen wie dem „Gardener Preis“ 2008 für die Weitergabe der Essenz des klassischen chinesischen Tanzes an zukünftige Generationen und dem Formosa Preis von Taiwan im Jahr 2004. In diesem Jahr erhielt er den „Flying Phoenix Dancer“ für sein Lebenswerk.

Chens Leben nahm eine unerwartete Wende, nachdem er 2008 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten übersiedelte. Er fing mit dem Praktizieren von Falun Dafa, oder Falun Gong, an, einer Meditationspraktik, die in seinem Heimatland Festlandchina verfolgt wird. In einem einzigen Jahr des Praktizierens von Falun Gong veränderte sich seine einst blasse Gesichtsfarbe mehr als nur um eine Nuance.

„Wenn ich früher auch nicht mit jemandem stritt, dann war ich doch unglücklich in meinem Herzen“, sagte Chen. „Wie zum Beispiel: warum bekommt dieser Mensch mehr als ich? Ich war ein wenig neidisch, ein wenig unglücklich. Jetzt habe ich gelernt, loszulassen.“

Als Tänzer ist man auf der Bühne zu absoluter Konzentration verpflichtet, um Fehler zu vermeiden. Eine Weise, wie er sich konzentriert, ist die, dass er all seine Beachtung der Rolle schenkt, die er gerade spielt, um diese Person zu werden.

Die Opfer, die er bringt, sind enorm, doch in seinen Augen ist auch der Gewinn enorm. „Tanz ist Training, ist Lernen. Es hat wirklich mit Leiden, mit Ertragen von harten Umständen zu tun“, sagt Chen. „In diesem Prozess, an diesem Leiden, muss man Freude finden.“

Die Aufführungen sind so detailliert und farbenreich, voll aufwändiger Choreographie und innerer Bedeutung, so dass sie ihn und auch das Publikum zurück zu den Wurzeln der traditionellen chinesischen Kultur bringen. Trotz seiner Erfolge sieht es Chen nicht so, dass seine Tanzkarriere bald dem Ende zugehen wird. Er sagt, dass er in den nächsten fünf bis zehn Jahren Studenten trainieren und den chinesischen Tanz international bewerben möchte.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde editiert, um der Größe der Webseite zu entsprechen.