Der viergesichtige Gelbe Kaiser aus der Mythen-Geschichte

The Yellow Emperor


Der Gelbe Kaiser auf der Suche nach dem Dao

Es heißt, dass alle Chinesen einen gemeinsamen Vorfahren haben: Xuanyuan Huángdi oder den „Gelben Kaiser“. Die Regentschaft des ersten Herrschers des Landes, das später China werden sollte, begann 2697 v. Chr., als er die Stämme der Ebenen des Gelben Flusses unter einer einzigen Regierung vereinte.

Der neue Kaiser hatte vier Gesichter, sodass er in vier Richtungen über sein Land schauen konnte, und er wurde auf all seinen Wegen von einer Schar von Tieren begleitet. Als Dao-Kultivierender verzichtete er nach vielen Jahren auf den Thron, überließ seinen Ministern alle Staatsgeschäfte und zog sich zurück, um sich seinem brennenden Verlangen nach geistiger Vollendung hinzugeben. Die erlangte er und stieg bei helllichtem Tage auf einem Drachen sitzend in den Himmel auf, sichtbar für all´ seine Untergebenen.

Diese Mischung aus Fantastischem und Historischem verhüllt unsere Erinnerung an Huángdi. Abwechselnd ist er ein Kaiser, ein Erfinder, ein Gründungsvater und eine Gottheit. Während einige moderne Gelehrte argumentieren, dass er eine Legende gewesen sei, die in die Geschichte einging, als wäre er eigentlich ein Mensch gewesen, beschrieben ihn alte chinesische Gelehrte als eine wirkliche historische Persönlichkeit, die später zur Legende wurde.

War er damals der göttliche Schöpfer aller Chinesen, der gegen den Gott des Windes und gegen den Gott des Regens mithilfe seiner eigenen Tochter, der Göttin der Trockenheit, kämpfte? Oder war er ein alter Herrscher, der zwischen Fürstentümern Straßen baute und jetzt in der Provinz Shaanxi begraben liegt? Oder war er wirklich einer er frühesten bekannten Dao-Kultivierenden?

Vielleicht war er etwas von alldem. Nach einer Legende befahl er seinem Minister Lishou, die Mathematik zu erfinden und Cangjie, Chinas ältestes System von Schriftzeichen zu entwickeln. Seine erste Ehefrau Leizu entdeckte die Seide und die Seidenraupenzucht. Seine vierte Ehefrau Momu half, den Spiegel zu erfinden.

Er selbst war geschickt im Erfinden von zahlreichen nützlichen Dingen wie dem Kalender und dem Kompass. Der Shen Yun-Tanz von 2007, Schallende Trommeln, erinnert an die Legende, wie der Gelbe Kaiser die Trommel erfand – nicht nur als künstlerisches Instrument, sondern auch als ein Instrument des Krieges. Das donnernde Getöse der Schlachtentrommeln hob die Moral seiner Armee und brachte den Kräften seines Gegners Durcheinander. Nach der Legende wurden auch seine eigenen Truppen durchgerüttelt, und so erfand er die Guqing, um sie wieder zu besänftigen.

Und da im alten chinesischen Denken Musik und Medizin so eng mit einander verbunden waren, mag nicht überraschen, dass ihm unter anderem auch „Der Codex des Inneren des Kaisers Huángdi“ (黃帝內經 Huángdì Nèijīng) zugeschrieben wurde, der als eine der ältesten medizinischen Abhandlungen der Welt gilt.

Letztendlich muss auch darüber gesprochen werden, dass Huángdi der Vorfahre vieler Chinesen sein könnte. Der große Historiker Sima Qian berichtet, dass Huángdi 25 Söhne hatte, von denen 14 ihre eigenen Nachnamen erhielten und damit Stämme gründeten, die Tausende von Jahren später in den Ebenen des Gelben Flusses leben würden und damit die Blutlinien dessen herausbildeten, was später das „Reich der Mitte“ werden sollte.

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