Choreografin Michelle Ren: Klassische Schönheit zu neuem Leben erwecken
Von Genevieve Long, The Epoch Times
12. November 2010

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Hinter den Kulissen schwebt Michelle Ren genau auf die Weise in einen Raum, wie man es von jemandem erwartet, der die meiste Zeit seines Lebens tanzend und darstellend verbracht hat – anmutig und mühelos. Auf der Bühne kommen ihr unerbittliches Training und ihr Engagement in ihrer Fähigkeit zum Ausdruck, extrem schwierige klassische chinesische Tanzbewegungen flüssig darzubieten. Sowohl hinter den Kulissen als auch auf der Bühne ist es ihr unschuldiges und charmantes Auftreten, das einen Raum oder ein Publikum fesseln kann.

Trotzdem Ren eine Weltklasse-Darstellerin ist, war Tanzen nicht die erste Leidenschaft in ihrem Leben.

„Als ich jung war, träumte ich davon, dass ich Büroarbeit machen würde, wenn ich erwachsen bin“, kichert sie. Dies dachte sie trotz der Tatsache, dass sie im Alter von sechs in Festlandchina mit dem Unterricht in artistischer Gymnastik und im Alter von zwölf mit formellem Tanz anfing. Schlussendlich wurden die Träume von einem Bürojob an den Nagel gehängt und das zur Freude des Publikums auf der ganzen Welt, das ihre Auftritte sieht. Sie ist derzeit mit Shen Yun Performing Arts, das seinen Sitz in New York hat, auf Tournee.

Ren sagt, dass ihr Alter ein „Geheimnis“ sei, doch ihr Alter beiseitegelassen hat sie bereits eine lange Liste von Auszeichnungen in der Tasche. Sie gewann Preise beim nationalen chinesischen Wettbewerb in artistischer Gymnastik, beim „Pfirsich und Pflaumen-Pokal“-Tanzwettbewerb der Provinz Liaoning und beim Wettbewerb für den „Preis für populäre Kultur“ in China. Im Jahre 2007 gewann sie den ersten Preis in der Damenklasse des Internationalen Klassischen Chinesischen Tanzwettbewerbs von New Tang Dynasty Television (NTDTV).

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In ihrer derzeitigen Funktion als Choreografin und erste Tänzerin bei Shen Yun Performing Arts bekommt sie die Bühne aus zwei verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Ren sagt, dass sie Choreografie mag, weil sie zusehen kann, wie andere tanzen. Wegen der direkten wechselseitigen Beziehung zum Publikum tritt sie aber auch gerne auf.

Bei den Shows 2008 war einer der Tänze, bei denen sie als Choreografin mitwirkte, eine Trommelaufführung, bei der dutzende von Tänzern alte Tang Dynastie-Trommeln in rhythmischer Synkopierung zu schlagen hatten. Ren erzählt, dass die Choreografie für dieses Stück extrem schwierig war, und zwar wegen der breiten Palette von Vorlieben, die das Publikum in Bezug auf Trommelstile hat. Am Ende holte sie sich ihre Inspiration aus der alten chinesischen Kultur selbst.

„In alten Zeiten trommelten die Menschen oft“, berichtet Ren. „Trommeln in der chinesischen Kultur kennzeichnen die Abwehr von Bösem, so wollten wir das dann  in der Show haben. Wir verwendeten die gleichen Trommeln und Wagen wie in alten Zeiten – das hat dann das Element vom Kampf gegen das Böse.“

Ren sagt, dass es Shen Yun Performing Arts so einzigartig mache, dass den Details der alten chinesischen Kultur Beachtung geschenkt werde. Es seien auch Elemente der alten Meditationspraktik Falun Dafa bzw. Falun Gong eingeschlossen, welche Ren und viele andere Mitglieder von Shen Yun Performing Arts praktizieren. Daher ist es ganz natürlich, dass die Falun Gong-Prinzipien Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht in die Stücke der Show einfließen.

„Manchmal gibt es beim Tanzen einen Augenblick – da hat man das Gefühl, dass alle unsere Herzen eins sind, dieser Moment ist dann wirklich heilig“, sagt Ren. Ren drückt es einfach aus: „Das Ziel ist die traditionelle Kultur, reine Schönheit.“ Sogar nach nunmehr über 500 Vorstellungen sagt sie, dass jede Show etwas Besonderes ist. Das überrascht nicht, wenn man die umfangreichen Gedanken, Planungen und Nachforschungen bedenkt, die in diese Vorstellung einfließen.

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Diese akribische Beachtung von Details deckt sich mit Rens persönlicher Meinung über das Tanzen. Sie denkt, dass es mehr ist als nur „diese Bewegung, jene Bewegung“ zu machen. Das ist besonders der Fall bei den Stücken, die die Falun Gong-Praktizierenden in China schildern, welche seit 1999 staatlich angeordnet verfolgt werden.

Ren forscht für diese Art von Stücken tief nach. Einmal suchte sie sich sogar eine Falun Gong-Praktizierende, die im Gefängnis verfolgt wurde, um deren Erfahrung zu bekommen.
„Sie sagte, dass es fast eine Art von Freude ist, wenn man im Herzen nicht mehr leidet“, erinnert sich Ren an das Gespräch mit dieser Frau, deren Namen sie nicht preisgibt. „Wenn ich tanze, dann versuche ich das zu verinnerlichen.“

„Vieles von dem, was wir machen, ist für die Menschen sehr bewegend, weil wir es mit unseren Herzen machen und das Publikum das spürt”, sagt Ren.

„Unser Ziel ist es, die Menschen wissen zu lassen, dass dies wirklich passiert“, fügt sie hinzu. Dies passiert in China. Das sind wahre Geschichten.“

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